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Ardha Padmasana (Sanskrit: अर्धपद्मासन ardhapadmāsana

Die Yoga Philosophie beginnt mit den Veden und den Upanishaden. Auf den angeführten Wiki Seiten kannst dich in diese alten Quelltexte vertiefen. Zu den Upanischaden findest Du auch Informationen auf der AYI.Info Seite.

Ein Schwerpunkt dieser Seite ist das Yoga Sutra des Patanjali. Für jeden Ashtangi ist auch das Ashtanga Mantra und das Mangala Mantra ein treuer Begleiter in die Tiefe der Meditation in der Bewegung.

Wiki zu Veda

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Wiki zu Veda

Veda

Der Veda (auch Weda) oder die Veden (Sanskrit, m., वेद, veda, „Wissen“, „heilige Lehre“) ist eine zunächst mündlich überlieferte, später verschriftlichte Sammlung religiöser Texte im Hinduismus. Viele hinduistische Strömungen überliefern eine grundlegende Autorität des Veda. Den Kern des Veda bildet die mündliche Tradition der Shruti, das sind von Rishis (Weisen) „gehörte“ Gesänge, also Offenbarungen.

Karte zeigt die Regionen des „vedischen Indiens“ zur Eisenzeit. In Grün sind die vermuteten Verbreitungsgebiete der einzelnen Shaka (Schulen) eingezeichnet

Da es sich um eine Tradition vedischer Gesänge handelt, deren exakte Rezitation wichtig war, wurden sie mit großer Genauigkeit mündlich überliefert. Das Wissen durfte ursprünglich nur nach einem Initiationsritus (upanayana) an „Zweimalgeborene“ (dvija) weitergegeben werden. Ab etwa dem 5. Jahrhundert n. Chr. wurden einzelne Verse vermutlich auch schriftlich aufgezeichnet, aber nach wie vor als brahmanisches Geheimwissen betrachtet. Noch bis in die Moderne blieben die Brahmanen skeptisch gegenüber dem Buchdruck vedischer Überlieferungen.[1] Auch heute noch gibt es Brahmanen, die die Veden auswendig beherrschen.

Es gibt vier Veden: Rigveda, Samaveda, den weißen und den schwarzen Yajurveda und den Atharvaveda. (Mitunter werden die Agamas, aus denen sich die Tantra-Lehre entwickelt hat, als der fünfte Veda bezeichnet.)[2]

Die Begriffe „Veda“ und „vedisch“ werden in Indien auch im weiteren Sinne mit der Bedeutung „Wissen“ verwendet und beziehen sich nicht nur auf die Tradition der vedischen Gesänge, sondern auf das religiöse und weltliche Wissen schlechthin (siehe auch Vedische Sprache).

Die Tradition der vedischen Gesänge wurde 2003 von der UNESCO in die Sammlung der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit übernommen.[3]

Zeitliche Einordnung

Frühvedische Zeit

Nach der Einwanderung der Arier (Arya) um 1500 v. Chr. in die nördlichen Flussebenen des Indus und des Ganges begann die frühvedische Zeit (1500–1000 v. Chr.). Sie folgte auf die Indus-Kulturen (ca. 3000–1800 v. Chr.; Amri, Nal, Quetta, Kulli und die bedeutendste, die Harappa-Kultur). Es herrschte eine Bauernkultur vor, mit Einzelhöfen, Viehherden und kaum Getreideanbau. Um 1200–1000 v. Chr. entstand als erste mündliche Sanskrit-Überlieferung die Rigveda, später die Sama-, Yajur- und die Atharvaveda. Verehrt wurden Rita, Varuna, Mitra, Indra und die Naturkräfte Ushas, Agni und Surya. Das wichtigste Opfer war das Soma-Opfer. Es bestand ein Glaube an Auferstehung mit Leben nach dem Tod.[4]

Spätvedische Zeit

In der spätvedischen Zeit (800–600 v. Chr.) breitete sich die indogermanische Kultur der Arier, die aus den nordwestlichen Grassteppen kam, im Gangesgebiet aus. Sie dringt vor bis in die Gegend des heutigen Delhi. Indoarische Fürstentümer und Stämme kämpfen untereinander um Vormacht. Die Veden werden von Brahmanen als „vorwissenschaftliche Wissenschaft“ in der mündlichen Ritual-Literatur (Brahmanas) ausgelegt. In der mystischen Überlieferung der mündlichen Upanishaden (ab 800) werden die Veden von Brahmanen und von Laien ausgelegt. Die Upanishaden haben eine Beziehung zu den Brahmanas und führen später zum Yoga. Es hat sich eine heilige Kasten-Ordnung aus Kshatriyas (Krieger), Brahmanen (Priester), Vaishyas (Bauern), Shudras (Unterworfene) und Parias (Kastenlose) etabliert.[4]

Überlieferungsschichten

Rigveda in Sanskrit, Handschrift aus dem 19. Jahrhundert

Frühvedische Zeit

Samhita-Stratum

Die älteste Schicht (ca. 1200 v. Chr. bis 900 v. Chr.) des Veda bilden die vier Samhitas (Sammlungen). Sie bilden den eigentlichen Kern des Veda:

  • die Rigveda-Samhita, (Hymnen)
  • die Samaveda-Samhita, (Lieder)
  • die Yajurveda-Samhita, mit Vajasaneyi-Samhita (gehört zum weißen Yajur Veda), Maitrayani-Samhita (gehört zum schwarzen Yajur Veda), (Opferformeln)
  • die Atharvaveda-Samhita, (magische Formeln)

Spätvedische Zeit

Brahmana-Stratum

Die nächste vedische Schicht (ca. 800 v. Chr. bis 600 v. Chr.) bilden die Brahmanas (Ritualtexte, Auslegungen):

  • z. B. das Aitereya-Brahmana (gehört zum Rigveda)
  • z. B. das Shatapatha-Brahmana (gehört zum weißen Yajurveda)
Aranyaka-Stratum

Dazu kommen die Aranyakas („Waldtexte“):

  • z. B. das Kaushitaki-Aranyaka (gehört zum Rigveda)
  • z. B. das Taittiriya-Aranyaka (gehört zum schwarzen Yajurveda)
Upanishad-Stratum

Eine weitere Schicht (ca. 700 v. Chr. bis 500 v. Chr.) bilden die Upanishaden (philosophische, mystische Lehren). Jedoch werden nicht alle Upanishaden zum Veda gerechnet.

  • z. B. die Aitereya-Upanishad (gehört zum Rigveda)
  • z. B. die Chandogya-Upanishad (gehört zum Samaveda)
  • z. B. die Taittiriya-Upanishad (gehört zum schwarzen Yajurveda)
  • z. B. die Mundaka-Upanishad (gehört zum Atharvaveda)

Man muss berücksichtigen, dass diese Schichten nicht immer wirklich getrennt waren, da es sich um mündlich tradierte Überlieferungen handelte, die erst sehr viel später (ab 5. Jahrhundert n. Chr.) als Texte fixiert wurden. Der Name Brihadaranyaka-Upanishad macht deutlich, dass dieser sehr wichtige Text ein Aranyaka und eine Upanishad enthält. Die Brihadaranyaka-Upanishad ist wiederum Teil des Shatapathabrahmana. Vor allem bei Brahmanas, Aranyakas und Upanishaden gibt es starke Überschneidungen: die Chandogya Upanishad z. B. ist Teil des Chandogya Brahmana.

Samhitas

Die Samhitas sind in einer frühen Form des Sanskrit, dem nach dem Veda benannten Vedischen überliefert. Sie enthalten vor allem Verse, die von den Priestern der Vedischen Religion beim Opferzeremoniell gesprochen oder gesungen wurden. Die späteren Upanishaden benutzen Sanskrit.

Die Riksamhita (Rig Veda) enthält 1028 Hymnen in zehn Liederkreisen („Mandalas“) mit insgesamt über 10.000 Versen („ric“, daher der Name), der Samaveda (saman = „Melodie“) umfasst fast ausschließlich Verse aus dem Rigveda, die nach liturgischen Gesichtspunkten anders angeordnet sind. Der Yajurveda ist in zwei Fassungen überliefert, dem „schwarzen“ (krishna) und dem „weißen“ (shukla) Yajurveda. Er ist in Prosa und enthält hauptsächlich Mantras (yajus = „Opferspruch“). Der Atharvaveda überliefert neben altem auch jüngeres Material als die anderen Veden, in ihm finden sich viele Zaubersprüche und magische Hymnen.

Die ersten drei Veden werden nach indischer Tradition auch als „Dreifaches Wissen“, trayi vidya, bezeichnet, der Atharvaveda wurde erst später mit ihnen gleichgestellt. Nach westlicher Schätzung geschah dies vielleicht im 3. Jh. v. Chr., als die Atharvaveda-Samhita ihre feste Form erhielt. Die drei anderen Veden wurden bereits früher kanonisiert, für den Rigveda wird eine Entstehungszeit von ca. 1200 v. Chr. bis 900 v. Chr. angenommen. Im Hinduismus glaubt man jedoch, dass die Texte etliche Tausend Jahre älter sind.

Brahmanas

An die vier Samhitas schließen sich weitere Texte an, die auch zur Shruti (und damit zum Veda im weiteren Sinne) gehören. Die Brahmanas sind in Prosa verfasste Ritualverse, die eine Opfer-Vorschriften entfalten. Nicht selten enthalten die Brahmanas auch ein Aranyaka und eine Upanishad.

Aranyakas

Die Aranyakas („Waldtexte“) sind mystische Geheimlehren, die nicht im Dorf, sondern im Wald gelehrt wurden. Sie enthalten Opfersymbolik und priesterliche Philosophie. Ursprünglich handelte es sich meist um einzelne Kapitel der Brahmanas, die als Studium für das dritte Lebensstadium, den Vanaprastha (in der Waldeinsamkeit Lebender) gedacht waren, und später eigenständige Werke für die brahmanischen Schulen wurden.

Upanishaden

Die Upanishaden (wörtl.: „sich um (den Lehrer) herum setzen“) sind spirituelle Erkenntnisse und „Geheimlehren“, die im direkten Austausch zwischen Lehrer und Schüler vermittelt wurden. Diese dürften zwischen 700 und 500 v. Chr. entstanden sein. In den Upanishaden wurde die Basis dessen formuliert, was auch noch Jahrhunderte später die Philosophie und Religion Indiens bestimmte: die Lehre von Atman und Brahman, Samsara und Karma. Insbesondere die 10 mukhya upanishads (Haupt-Upanishaden) haben den späteren Hinduismus geprägt.

Vedische Gesänge

Die Tradition des Singens vedischer Hymnen wurde im Jahr 2003 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Ein Beispiel: „Geh hin zur Mutter, gehe hin zur Erde, Der weitgestreckten, breiten, segensreichen … Öffne dich, Erde, tu ihm nichts zuleide, Empfang ihn freundlich und mit liebem Grusse.“ (Zitat eines vedischen Gesangs aus : Helmuth von Glasenapp, Hans Heinrich Schaeder: Zur Erinnerung an R. Otto Franke. In: Carl Diesch (Hrsg.): Königsberger Beiträge. Festgabe zur vierhundertjährigen Jubelfeier der Staats- und Universitätsbibliothek zu Königsberg Pr. Gräfe & Unzer, Königsberg/Pr. 1929, S. 104–124).

Andere Texte

Manchmal werden auch Texte der Smriti („Erinnertes“, der weltlichen Tradition zugehörige Texte) zum Veda hinzugezählt (wie das Mahabharata), hier besteht jedoch kein Konsens.

Zur Smriti schließlich zählen die Vedangas („Glieder des Veda“), das sind Hilfswissenschaften zum Verständnis und zur korrekten Überlieferung des Veda. Dazu gehören Phonetik, Metrik, Grammatik, Etymologie, Astronomie und Ritual.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Axel Michaels: Der Hinduismus. Geschichte und Gegenwart. 2., durchgesehene Auflage der Sonderausgabe. C. H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-54974-8.
  2. Einige Indologen etwa Georg Feuerstein verlegen die Ursprünge in der Zeit deutlich zurück, Georg Feuerstein: Die Yoga Tradition. Geschichte, Literatur, Philosophie & Praxis. Yoga Verlag, Wiggensbach 2009, ISBN 978-3-935001-06-9, S. 125–135; 186.
  3. Offizielle Homepage der UNESCO: Tradition of Vedic chanting
  4. a b Hermann Kinder; Werner Hilgemann: Dtv-Atlas Weltgeschichte, Orig.-Ausg., Sonderausg. [der zweibändigen Ausg.].. Auflage, Dt. Taschenbuch-Verlag, München 2001, ISBN 3-423-03000-3, S. 42–43.

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Upanishaden

Die Upanishaden (oder Upanischaden) sind eine Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Bestandteil des Veda (Spätvedische Zeit). Der Singular lautet die Upanishad. Im Sanskrit bedeutet उपनिषद्, upaniṣad, f., wörtlich „das Sich-in-der-Nähe-Niedersetzen“, gemeint ist „sich zu Füßen eines Lehrers (Guru) setzen“, aber auch eine geheime, belehrende Sitzung. Die Upanishaden wurden am Ende in den Kanon der Veda aufgenommen.[1] Die Upanischaden sind eine Sammlung philosophischer Schriften und wurden zwischen 700 und 200 v. Chr. niedergeschrieben.[2]

Die Veda und damit auch die Upanishaden gehören zu den Shruti[3] (Sanskrit, f., श्रुति, śruti, wörtl.: „das Gehörte“), das durch „das Gehörte Offenbarte“, es sind die Offenbarungstexte, zu denen die Samhitas, Brahmanas, Aranyakas und letztlich eben die Upanishaden zählen.

Im Zentrum der vedischen Religion stehen die im Veda dargebrachten religiösen Hymnen, so Opferrituale zugunsten der Gottheiten Indra, Agni und Vayu etc.

Historischer Kontext und Bedeutung

Die Opferhymnen an die Götter, Gesänge, Opfersprüche und heilige Handlungen standen im Zentrum der Veden. Dies ist in den Upanishaden nicht so. Eine Upanishad im eigentlichen Sinn des Wortes hat keine sakralen oder rituellen Dinge mehr zum Thema. Demgemäß ist die tatsächliche Zugehörigkeit dieser Texte zu einer der vier vedischen Sammlungen ohne Bedeutung für den Inhalt. Sie offenbart sich nicht dem Vedakenner oder Opferexperten, sondern dem denkenden und suchenden Menschen.[4] Das rituelle Opfer aus der Zeit der Veden wird zu einem inneren Prozess gewandelt und in Form intensiver Betrachtungen oder Meditationen verinnerlicht. Die Opfernden führten nicht mehr oder nicht nur das äußere Opfer aus, sondern sie opferten sich gleichsam in einem inneren Prozess, um so zur Erkenntnis und Wahrheit des Göttlichen zu gelangen. Ein Ausschnitt aus der Kaushitaki-Brahmana-Upanishad (2.5) über das Feueropfer (Agnihotram) macht dies deutlich:

„Nunmehr daher die Selbstbezwingung des Pratardana, oder, wie es auch genannt wird, das innerliche Agnihotram. Solange nämlich ein Mensch redet, solange kann er nicht einatmen; dann opfert er den Odem in der Rede; und solange ein Mensch einatmet, solange kann er nicht reden; dann opfert er die Rede in den Odem. Diese beiden Opferungen sind unendlich, unsterblich; denn man bringt sie dar, ohne Unterlass im Wachen wie im Schlaf. Hingegen die anderen Opferungen sind endlich, denn sie bestehen aus Werken. Darum haben die alten Weisen das Agnihotram nicht geopfert.“[5]

Schriften

Nach der hinduistischen Tradition werden 108 Upanishaden anerkannt, die in einer mindestens 700 Jahre alten Liste in der Muktika-Upanishad aufgeführt werden. Die Texte wurden sowohl in Prosa als auch in Versform verfasst. Es wird angenommen, dass sie zwischen 700 v. Chr. und 200 v. Chr. entstanden sind.

Die ältesten Upanishaden können chronologisch so angeordnet werden:

Die verbleibenden Upanishaden werden generell in die folgenden fünf Gruppen eingeteilt:

  • Samanya-Vedanta-Upanishaden, welche den Vedanta allgemein erläutern
  • Samnyasa-Upanishaden, die sich mit dem Ideal der Entsagung befassen
  • Shakta-Upanishaden, die sich mit dem weiblichen Aspekt des Göttlichen und seiner Shakti beschäftigen
  • Sekten-Upanishaden; sie erläutern die Lehren, die mit speziellen Kulten und Gottheiten verknüpft sind.
  • Yoga-Upanishaden, die verschiedene Aspekte des Yoga, speziell des Hatha Yoga, erklären.

Inhalt

Die Upanishaden haben sich textgeschichtlich aus den Brahmanas (Ritualtexten) entwickelt und sind teilweise auch Bestandteil von ihnen. Während die Brahmanas sich hauptsächlich mit Opferritualistik beschäftigen, kreisen die Lehren der Upanishaden hauptsächlich um die folgenden miteinander verknüpften Themen:

  • Es ist dem Menschen möglich, die letzte Wirklichkeit des Universums zu erreichen. Diese Wirklichkeit jenseits der wandelbaren Welt wird als das Brahman bezeichnet.
  • Diese Höchste Wirklichkeit ist mit der innersten Natur des Menschen, die als Atman bezeichnet wird, identisch.
  • Nur die Realisierung des Brahman befreit den Menschen vom existenziellen Leid und dem Zwang der Wiedergeburt.
  • Die eigenen Gedanken und Handlungen bestimmen das persönliche Karma; man wird zu dem, womit man sich identifiziert.

Weitere Themen sind die Essenz und der Sinn des Daseins, verschiedene Arten der Meditation und der Gottesverehrung sowie die Eschatologie, die Erlösung und die Lehre von der Wiedergeburt Samsara. Die Upanishaden beschäftigen sich mit dem Wesen des Brahman, der universellen Weltenseele, von dem Atman eine Reflexion in jedem Wesen ist, die innerste Essenz eines jeden Individuums. Brahman – und damit auch Atman – ist unvergänglich, unsterblich, unendlich, ewig, rein, unberührt von äußeren Veränderungen, ohne Anfang, ohne Ende, unbegrenzt durch Zeit, Raum und Kausalität, ist reines Sat-Chit-Ananda, reines Sein, Existenz an sich (sat), Bewusstsein, Verstehen (chit) und Wonne, reines Glück (ananda).[6]

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer äußerte über die Upanishaden:

„Wie ist doch jede Zeile so voll fester, bestimmter und durchgängig zusammenstimmender Bedeutung! Und aus jeder Seite treten uns tiefe, ursprüngliche Gedanken entgegen, während ein heiliger Ernst über dem Ganzen schwebt. […] Es ist die belohnendeste und erhebendeste Lektüre, die […] auf der Welt möglich ist: sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.“

Arthur Schopenhauer: Parerga und Paralipomena II, § 184[7]

Verfasser

Namentlich bekannt sind die Reden des Brahmanen Yajnavalkya und dessen Belehrungen über das Wesen des Atman zu seiner Frau Maitreyi und ein Streitgespräch am Hofe des Königs Janaka. Die meisten Namen der Weisen sind jedoch nicht überliefert. Sie gehörten dem Priesterstand, den Brahmanen, oder dem Kriegerstand, den Kshatriyas, an. Der Anspruch der Brahmanen, als einzige Gruppe über heiliges Wissen zu verfügen, galt nicht mehr und es war möglich, dass ein Mitglied der Kshatriyas einen Brahmanen über das Wesen des Selbsts belehrte. Mächtige Krieger, die zu dieser Gruppe gehörten, waren die Könige Janaka und Ajatashatru, der Herrscher von Kashi, dem heutigen Varanasi. Von Janaka heißt es, dass er ein Vollendeter war, ohne seine königlichen Pflichten zu vernachlässigen.

Überlieferung

Die Upanishaden wurden wie die Hymnen des Veda über Jahrhunderte mündlich weitergegeben. Im Gegensatz zu den Ritualtexten, die offen für Allgemeinheit waren, wurden die esoterischen Weisheiten der Upanishaden nur an ausgewählte Schüler weitergegeben. Es wurde erwartet, dass die Schüler mit angegebener Ehrerbietung und Bescheidenheit an die Weisen herantraten und bereit waren sich einer jahrelangen Schülerdisziplin zu unterwerfen. Deshalb werden sie auch als Geheimlehren bezeichnet.

Beispiele

„Das Selbst ist wahrhaftig Brahman, aber aus Unwissenheit identifizieren es die Leute mit dem Verstand, dem Geist, den Sinnen, Leidenschaften und den Elementen Erde, Wasser, Luft, Raum und Feuer. Das ist der Grund, weshalb das Selbst aus diesem und jenem bestehen soll und überhaupt alles zu sein scheint. Wie ein Mensch handelt, so wird er im Leben. Jene, die Gutes tun, werden gut; jene, die Schaden verursachen, werden schlecht. Gute Taten machen einen rein; schlechte Taten machen einen unrein. Darum sagt man, dass wir sind, was unser Begehren ist. Wie unser Begehren ist, so ist unser Wille. Wie unser Wille ist, so sind unsere Handlungen. Wie wir handeln, so werden wir.“

Brihadaranyaka-Upanishad, IV.4.5

„Die eine Gottheit verbirgt sich in jedem Lebewesen, dennoch durchdringt sie alles und ist das innerste Wesen in Allem. Sie vollbringt jede Arbeit und hat ihren Wohnsitz in Allem. Sie ist das Zeugnis ablegende Bewusstsein, formlos und unsterblich.“

Svetasvetar-Upanishad, VI.11

„Wie zwei goldene, in engster Freundschaft auf ein und demselben Baum thronende Vögel wohnen das Ego und das Selbst in demselben Körper. Das Erstere isst die süßen und sauren Früchte vom Baum des Lebens, während das Letztere innerlich losgelöst zusieht.“

Mundaka-Upanishad, III.1.1

„Brahman, die universale Essenz, ist das Allem innewohnende Selbst. Es ist wahrlich die Wirklichkeit von Leben und Erleuchtung. Wenn der Mensch Brahman erkennt, wird er erleuchtet. Es gibt keinen Weiseren als den, der die innere Göttlichkeit erkannt hat. Er verrichtet alle täglichen Arbeiten als Ausdruck seines göttlichen Selbst und seine Freude ist von universeller Liebe durchdrungen. Er ist ein echter Kriyavan, der Weiseste unter den weisen Menschen.“

Mundaka-Upanishad, III.1.4

Literatur

Ausgaben

Übersetzungen

Sekundärliteratur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eckard Wolz-Gottwald: Yoga-Philosophie-Atlas. Via Nova, Petersberg 2006, ISBN 3-936486-04-2, S. 54 f
  2. Eknath Easwaran (Hrsg.): Die Upanischaden. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2008, ISBN 978-3-442-21826-4
  3. im Gegensatz oder in Verbindung zu den Smriti (Sanskrit, f., स्मृति, smṛti, „was erinnert wird“), gewissermaßen „das verschriftliche“ Kanon im engeren Sinne. Siehe auch Vedische Sprache.
  4. Paul Thieme: Upanischaden. Reclam-Verlag, S. 90.
  5. Paul Deussen: Upanishaden. S. 32 (Neudruck 2007, S. 70)
  6. Siehe Nrsimha-Uttara-Tapaniya Upanishad, IV
  7. Arthur Schopenhauer: Sämtliche Werke. Band V: Parerga und Paralipomena II. Cotta-/Insel-Verlag, § 184, S. 469.